Robert Lichtenberg - Schon im vergangenen Jahr, bei der Berlin-Stadtdurchfahrt, wurden Pläne für eine Wanderfahrt rundum Berlin geschmiedet und nun tatkräftig umgesetzt.
Antje, natürlich bestens informiert über Berliner Gegebenheiten, organisierte ein Ruderprogramm für ein langes Wochenende, musste aber leider auf Grund einer Verletzung, in heimischen Gefilden bleiben.
Mit 12 Ruderern und bewährter Reserve der Familie Michol, ging es auf nach Berlin. Kurz vor Mitternacht trudelten die letzten Teilnehmer im Hotel ein, Hotelbar leider schon geschlossen, Großstadtflair – na ja. So saßen alle am Morgen ausgeschlafen und bestens gelaunt am Frühstückstisch.
Kurzer Fußweg zum Bootshaus der Ruder-Gemeinschaft Grünau, die uns freundlicherweise ihren Bootspark zur Verfügung gestellt hatten.
Stimmung super, Wetter gut, jedoch recht windig. Kurzerhand wurde Etappe 2 als Start für den ersten Tag ernannt. Zwei Vierer+ und ein Dreier+ zu Wasser gelassen, Wind und Wellen getrotzt, ruderten wir über Dahme, Zeuthener See, Großer Zug in den Crossinsee. Mittagspause
in der Seelodge am Crossinsee, lecker gegessen und den Flüssigkeitsspiegel aufgefüllt, ging es durch den Spree-Kanal über Seddinsee und Dahme zurück zum Bootshaus.
Ein gemeinsames Abendessen in Köpenick rundete den Tag ab. Anmerkung: Busfahren will gelernt sein, ansonsten steigt man halt eine Haltestelle später wieder aus, wenn man im falschen Bus sitzt:-))
Tag 2:
Endlich hat der Wind etwas an Kraft verloren. Also nach dem Frühstück wieder Fußmarsch zum Bootshaus, diesmal einen Achter und einen Dreier+ geschnappt. Phillipa bekam ein gemütlich gepolstertes Plätzchen im Mitboot eingerichtet und los ging’s.
Wieder die Dahme runter bis Schmöckwitz, nach Backbord abgebogen in den Seddinsee, Gosener Kanal und Mügelspree, vorbei an smarten Einfamilienhäusern mit Seegrundstück und eigener Yachtgarage, über den Müggelsee. Gut, dass der Wind des Vortages etwas demütiger war, 4 km freie Strecke quer über den See, bevor uns auf der anderen Seite wieder die ruhige Müggelspree empfing.
Mittagsrast beim Berliner Ruderclub Ägir, der extra seine Gastronomie für uns geöffnet hatte. Überaus freundlich bewirtet, perfekt gespeist und gestärkt, ruderten wir weiter rund um Köpenick, wieder auf die Dahme und zurück zum Bootshaus. Bootspflege, ein Schwätzchen gehalten und als Dank unser Gastgeschenk, eine Kiste Ingelheimer Wein, übergeben.
Tag 3
Neues Ruderrevier. Mit dem Auto fuhren wir auf die komplett entgegengesetzte Seite von Berlin. An der Scharfen Lanke begrüßte uns die Rudervereinigung Hellas Titania.
Mit drei bestens gepflegten Booten auf dem Wasser, startete unsere Rundfahrt über Scharfe Lanke, Havel, Wannsee, Griebnitzsee, Glienicker Brücke, Havel und wieder zurück. Es war die längste Etappe auf der Tour. Kleiner Planungsfehler, wir hätten andersherum fahren sollen, dann hätte es auch Einkehrmöglichkeiten zur Mittagspause gegeben. So mussten Gummibärchen, Nüsse, Kekse und anderer Reiseproviant im Boot genügen.
Angekommen am Bootshaus stand wieder Bootspflege und auch hier die Übergabe unseres Gastgeschenks auf dem Programm. Frisch geduscht wurden einige Getränke auf der Bootshausterrasse zu sich genommen, bevor es zum nahegelegen Restaurant ging.
In froher Runde den sommerlichen Abend genossen, anschließend wieder in unser Hotel gefahren. Im Wissen der frühzeitig geschlossenen Hotelbar wurden kurzerhand noch geistige Getränke besorgt und vor dem Hoteleingang in lustiger Runde verköstigt.
Tag 4
Sonntagmorgen.
Ein paar Ruderer verabschiedeten sich zwecks früher Heimreise, was sich im Nachhinein auf Grund von Staus doch als nicht so früh entpuppte.
5 Recken, die ihre letzten Kraftreserven noch aufbrauchen wollten, gingen bei der Ruder-Gemeinschaft Grünau, für die obligatorische Sonntagsrunde, wieder aufs Wasser, bevor auch hier die Heimreise angetreten wurde.
Für einige von uns boten die Berliner Gewässern eine neue Erfahrung, für andere wurde Bekanntes aufgefrischt.
Kurz und gut, mal wieder eine tolle Wanderfahrt.